Es wirkt wie ein ausuferndes Duselexperiment, das mehr Räucherstäbchen als Richtung besitzt. Die Incredible String Band taumelt hier zwischen Feenfolk, esoterischem Geflüster und endlosen, zerfaserten Songstrukturen. Einzelne Momente schimmern kurz auf, doch das Album verliert sich zu oft in skurrilen Ritualen ohne echten Kern.
Reviews by larsen1
Rated 10/10
Es ist der große, gotische Kathedralenbau der Sisters of Mercy: monumental, dunkel schimmernd, von Andrew Eldritchs Stimme wie von einer einsamen Glocke zusammengehalten. „Dominion/Mother Russia“ rollt wie ein endzeitlicher Marsch heran, „Lucretia My Reflection“ pulsiert mit kaltem, perfektem Maschinenherz, und „This Corrosion“ ist ein überlebensgroßes Drama aus Chorwänden und Pathos. Alles wirkt zugleich übertrieben und absolut zwingend. Ein Klassiker, der seine eigene Nacht erschafft.
Rated 4/10
Er taucht hier tief in barocke Schwermut ein, aber oft wirkt es eher wie ein überladenes Kammerdrama als ein überzeugendes Album. Die opulenten Arrangements drücken die Songs nieder, statt sie zu tragen, und seine dramatische Stimme verliert sich zu häufig im Pathos.
Es wirkt wie ein Rückzug ins Schlichte: langsamer Folk, trockene Beobachtungen, viel Raum, wenig Eile. Er klingt hier wie jemand, der Tradition nicht zitiert, sondern atmet – aber die Ruhe kippt manchmal ins Behäbige. Ein schönes, staubiges Statement, dem etwas Biss fehlt.
Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus wirkt wie ein guter Whisky: erst kräftig, dann langsam öffnend. Der erste Teil brennt dunkel und gospelnd, der zweite schimmert leiser und eleganter. Ein Doppelalbum, das Zeit braucht, um seine Tiefe freizugeben.
Rated 4/10
Ein eleganter, aber letztlich zu glatter Drum‑and‑Bass‑Entwurf: atmosphärisch, sauber produziert, doch ohne die Wucht oder Kanten, die im Gedächtnis bleiben. Schön schwebend, aber schnell wieder verflogen.
Rated 6/10
Es ist ein geschmeidiges, warm produziertes R&B‑Album, das seinen größten Glanzmoment mit „Waterfalls“ erreicht – ein Song, der das ganze Projekt trägt und ihm bis heute Relevanz verleiht. Vieles drumherum klingt angenehm, aber auch etwas gleichförmig: butterweiche Grooves, entspannte Vocals, ein Hauch 90s‑Coolness, der manchmal eher Hintergrund als Highlight ist.
Rated 6/10
Ordentliche Songs ohne Tiefgang. Es klingt wie ein langer, nebliger Atemzug: warm, schwebend, aber oft auch zu gleichförmig. Doves bauen schöne, melancholische Räume, doch viele Songs verschwimmen ineinander, ohne echten Höhepunkt.
Rated 6/10
Was das Werk musikalisch auszeichnet, ist dieser leicht verschobene Zwischenraum zwischen Folk‑Rock-Tradition und dem, was später zu ihrem psychedelischeren Stil führen sollte. Die Songs wirken oft erdig und akustisch verwurzelt, aber immer wieder schimmern kleine Experimente durch – ungewöhnliche Harmonien, leicht schräg gesetzte Akkordwechsel, ein Hauch von Westcoast-Melancholie. Die Gitarrenarbeit ist warm, klar und eher zurückhaltend – kein virtuoses Feuerwerk, sondern ein präzises, songdienliches Strumming, das an frühe Byrds erinnert, aber weniger schillernd und auch nicht spektakulär.
Rated 4/10
Ein Album wie ein überwürzter Eintopf: viel psychedelisches Gipsy-Flirren, aber kaum der rauchige Whisky‑Biss, der die Small Faces sonst so charmant macht. Die erste Seite hat noch ein paar funkelnde Momente, doch die zweite versinkt im Märchennebel – ein Konzept, das mehr kichert als trägt. Am Ende bleibt ein bunter Trip, der sich selbst zu sehr gefällt und dabei vergisst, wirklich zu grooven.
Rated 4/10
Komische Beats trifft es tatsächlich gut: Es wirkt heute wie ein seltsamer Hybrid aus Trip‑Hop‑Restwärme, Reggae‑Anleihen und Pop‑Ambitionen, der oft mehr Stimmung behauptet als erzeugt. Die Produktion klingt stellenweise unfertig, die Grooves stolpern eher, als dass sie tragen, und viele Songs wirken wie Skizzen, die nie ganz zu sich finden.
Rated 6/10
Es zeigt die Truppe als hyperaktive Alchemisten des New Rave: grelle Synths, jagende Rhythmen, ein ständiges Flirren zwischen Indie‑Rock und Club‑Euphorie. Stücke wie „Golden Skans“ funkeln sofort, andere verlieren sich etwas im überdrehten Stilmix. Das Album wirkt frisch, aber auch sprunghaft – mehr aufregendes Versprechen als vollendetes Werk.
Rated 8/10
Es ist ein wilder, überbordender Brocken – ehrgeizig, surreal, manchmal fast zu viel auf einmal. Doch nach dem ersten Drittel zieht das Album spürbar an: die Songs werden fokussierter, melodischer, die Dramaturgie klarer.
„In the Cage“ markiert den Wendepunkt, ab dem die Platte ihre ganze Kraft entfaltet – dichter, spannender, emotionaler. Die zweite Hälfte wirkt wie ein Rausch aus Prog‑Eleganz und erzählerischer Wucht.
Rated 8/10
Das Album lebt von seiner zerbrechlichen Ruhe: Eine Stimme, der warme Raumklang, die entschleunigten Country‑Balladen. Das hat eine hypnotische Schönheit. Gleichzeitig wirkt das Album über die volle Länge sehr gleichförmig, fast zu sanft, um wirklich zu fesseln.
Rated 8/10
Es ist ein Funkenflug aus Rock’n’Roll‑Urschrei und Klavierfeuer “Tutti Frutti”. Die Songs rasen, stolpern, jubeln – pure Energie, die bis heute frisch wirkt. Ein kurzes, aber elektrisierendes Debüt, das zeigt, wie man ein Genre anzündet
Rated 6/10
Es wirkt heute wie ein seltsames Artefakt aus einer Zukunft, die nie ganz eingetreten ist. Damals war dieses Debüt ein kleiner Schock: glamourös, schräg, artifiziell – ein Sound, der seiner Zeit voraus war und gleichzeitig völlig aus ihr herausfiel. Doch genau dieser Mut zur Exzentrik lässt das Album heute fast wie ein vergessenes Experiment wirken, das nur noch Eingeweihte kennen.
Rated 4/10
Das Doppelalbum wirkt wie ein endloses “schumm‑schumm” ohne echten Spirit. Die Stücke plätschern aneinander vorbei, ohne Konzept, ohne Zug, ohne Funken. Viel Fleiß, wenig Seele – und am Ende bleibt mehr Ermüdung als Eindruck.
Rated 6/10
Es klingt wie der Moment, in dem eine talentierte Band unbedingt in die Sphären ihrer Zeitgenossen aufsteigen will – Beatles‑Ambition, Pink‑Floyd‑Atmosphäre, Stones‑Größe – aber schlicht nicht die Mittel hat, diese Höhen zu erreichen. Das Ergebnis ist ein krampfhaftes Konzeptalbum ohne echtes Konzept: episch gemeint, aber oft zu lang, um spannend zu bleiben, und zu zerfasert, um wirklich zu tragen.
Die Brüder streben hier hörbar nach dem großen Wurf, nach Hits, nach Kunst – doch kein Song kommt auch nur in die Nähe eines Ohrwurms, und die Dramaturgie wirkt eher bemüht als inspiriert. Trotzdem bleibt Odessa ein interessantes Zeitdokument: der ehrliche Versuch, größer zu sein, als man jemals sei konnte.
Rated 8/10
Als der britische Folk endgültig elektrisches Rückgrat bekommt. Die Band verbindet hier traditionelle Balladen mit rockiger Erdung, ohne den alten Stoff zu verraten. Sandy Dennys Stimme trägt die Songs mit einer Klarheit, die fast schon mythisch wirkt, während Richard Thompsons Gitarrenspiel den Stücken eine kantige Modernität gibt.
Der Longtrack „Matty Groves“ ist ein kleines Epos, „Farewell, Farewell“ ein stiller Abschied voller Schwere, und „The Deserter“ zeigt, wie lebendig Tradition klingen kann. Ein wegweisendes Album, das seine Wurzeln ehrt und zugleich mutig nach vorn geht.
Rated 8/10
AC/DC in Reinform: hart, direkt, unverwüstlich. Die Riffs von „Hells Bells“ und „Back in Black“ schlagen sofort ein, „You Shook Me All Night Long“ zeigt die Band auf ihrem melodischsten Höhepunkt. Das Album ist ein Triumph der Rückkehr und des Durchhaltens – manchmal etwas formelhaft, aber mit einer Wucht, die bis heute trägt.