Reviews by larsen1

VeryPet Shop Boys

Rated 10/10

Very ist der Moment, in dem die Pet Shop Boys komplett aufblühen: maximaler Pop, maximaler Glanz, maximaler Ernst hinter der Oberfläche. Jeder Track sitzt wie ein perfekt gefalteter Origami‑Hit – verspielt, intelligent, emotional präzise. „Can You Forgive Her?“ und „Go West“ tragen das Album nach außen, aber die wahre Stärke liegt im durchgehend hohen Niveau 😊

Es klingt einfach überbewertet und langweilig. Die Beats sind nett, aber nichts Besonderes, und Jay‑Z wirkt oft, als würde er routiniert runterspulen statt wirklich etwas zu sagen. Kein Funke, kein Druck, kein Moment, der hängen bleibt.

Es ist ein raues, ungeschöntes Dokument der späten Hippie‑Ära: viel Energie, viel Chaos, viel Janis Joplin. Die Platte lebt von ihrer unmittelbaren Live‑Attitüde, auch wenn sie größtenteils im Studio entstand. Joplin trägt das Album praktisch allein – ihre Stimme brennt, kratzt, fleht, besonders in „Piece of My Heart“ und „Ball and Chain“.

Es klingt wie ein stilles Meisterstück: warm, intim, voller kleiner melodischer Haken. Simon löst sich hier endgültig vom Folk‑Duo‑Erbe und zeigt, wie elegant er Rhythmus, Storytelling und Weltmusik‑Einflüsse verweben kann. „Duncan“ und „Mother and Child Reunion“ tragen das Album, aber eigentlich wirkt alles wie aus einem Guss – unaufgeregt, aber souverän. Ein sympathischer, leichtfüßiger Klassiker der frühen 70er.

L’Eau Rouge von The Young Gods ist ein solides, kantiges Hardrock‑Album in französischer Sprache, das seine Energie vor allem aus den treibenden, industriell angehauchten Gitarrenflächen zieht. Die Band kombiniert rohe Härte mit einer fast ritualhaften Rhythmik – intensiv, aber nicht immer abwechslungsreich.

Ein frühes Rock’n’Roll‑Dokument, das man respektieren kann, aber heute nur noch bedingt zündet. Fats Dominos Mischung aus Boogie‑Woogie‑Piano, einfachen Harmonien und gemütlichem Shuffle‑Tempo wirkt für ihr Alter solide, aber eben auch ziemlich formelhaft.

Es ist ein elegantes, fein ziseliertes Pop‑Album, das mit seinen warmen Gitarren, cleveren Harmonien und Paddy McAloons melodischem Feingefühl sofort einnimmt. Gleichzeitig wirkt vieles so sanft poliert, dass die Songs manchmal eher schweben als wirklich zupacken. Die besten Momente entstehen, wenn die Band unter der Oberfläche doch ein wenig Spannung zulässt – aber insgesamt bleibt das Album eher ein intelligenter Wohlklang als ein emotionaler Treffer.

StankoniaOutKast

Rated 4/10

Ein Album voller Ideen, aber selten voller Songs. Vieles wirkt wie ein wilder Sprint ins Experiment, manches war fast hörbar – doch am Ende bleibt mehr Chaos als Klasse.

Es wirkt heute wie ein entspanntes, schimmerndes Echo seiner Zeit. Folk, Jazz und Dub fließen ineinander, getragen von Echoplex‑Gitarren und diesem offenen, fast luftigen Klang, der teils unter freiem Himmel aufgenommen wurde.

Stücke wie „Big Muff“ oder „Dancing“ zeigen seine Experimentierfreude, ohne die Wärme zu verlieren. Das Album fühlt sich an wie ein freundlicher Gruß aus den 70ern: weich, atmosphärisch, leicht melancholisch und überraschend modern gedacht.

Melodien, die sofort hängen bleiben – warm, jangly, leichtfüßig –, aber das Album bleibt für mich eher ein angenehmer Begleiter als ein emotionaler Volltreffer. Charmant, kurz, sympathisch… und eben auch ein bisschen zu harmlos, um wirklich zu glänzen.

Es ist kein Experiment, sondern ein akustischer Trümmerhaufen – ein Album, das in seiner eigenen Finsternis versinkt und den Hörer gleich mit hinunterzieht.

Tom Waits hat hier ein Werk geschaffen, das klingt, als wäre es in einem Betonbunker mit rostigem Werkzeug eingespielt worden – was nicht einmal übertrieben ist: Das Album wurde tatsächlich in einem kargen Kellerraum mit „Zementboden und Warmwasserboiler“ aufgenommen, was seinen rauen, scheppernden Sound prägt Doch statt roher Magie entsteht ein Lärmgebilde, das sich selbst genügt und den Zuhörer außen vor lässt.

Die Songs kreisen obsessiv um Tod, Verfall und apokalyptische Bilder. Selbst die Balladen, die früher einmal Waits’ Rettungsanker waren, tragen hier eine nihilistische Schwere, die jede emotionale Regung erstickt. „A Little Rain“ mag poetisch gemeint sein, doch im Kontext dieses Albums wirkt es wie ein letzter, müder Seufzer inmitten eines endlosen Sturms aus Düsternis und Geräuschkulisse.

Die rohe Produktion, die absichtlich schiefe Instrumentierung, die überzeichneten Vokalattacken: All das ergibt ein Werk, das eher wie eine Parodie auf Tom Waits klingt als wie eine gescheitere Satire. Es bleibt ein Experiment, das sich selbst überschätzt – ein klappernder, lärmender Totentanz auf das vergeudete Talent eines mäßig begabten Künstler.

Das Album ist eine Frescheit für alle Musiker. Fūr manchen mag es punkprovscation sein. Mit Ausnahme diese 10 Freunde ist ohrenbetäubender unstrukturierter Müll:

Es ist ein sympathisches, handfestes Folk‑Album aus politischem Biss und Alltagsromantik ohne immer die ganz großen Funken zu schlagen. Die Songs wirken oft wie kleine Straßenszenen mit Gitarre, direkt, ehrlich, manchmal etwas spröde.

Stücke wie „Greetings to the New Brunette“ oder „Levi Stubbs’ Tears“ zeigen seine Stärke: warme Melodien, klare Haltung, ein rauer Charme.

Es klingt wie ein heiß flimmernder Fiebertraum, der trotzdem saubere, klare Töne trifft. Die Triffids verbinden hier weite, fast filmische Arrangements mit David McCombes eindringlicher Stimme, die zwischen Verletzlichkeit und Pathos pendelt. Songs wie „Bury Me Deep in Love“ wirken wie offene Landschaften, während die dunkleren Stücke eine unterschwellige Unruhe tragen. Nicht jeder Track sitzt perfekt, aber das Album hat eine leuchtende, melancholische Klarheit, die lange nachhallt.

Bowie und Funky – das ist wie zwei Planeten, die sich höflich zunicken, aber nie wirklich in dieselbe Umlaufbahn finden. Die Grooves wollen tanzen, Bowies Stimme will erzählen, und am Ende bleibt ein seltsamer Schwebezustand: interessant gedacht, aber ohne echten Funkenflug.

DummyPortishead

Rated 4/10

Der klagende Gesang kippt hier schnell ins dauerhaft Jaulende, das die Stücke eher ermüdet als vertieft. Die düsteren Beats und das verrauschte Vinyl‑Sampling haben zwar Stil, aber das Album zieht sich – zu monochrom, zu nervig,

Es wirkt heute wie eine entspannte, fast meditative Jam‑Runde: warme Grooves, viel Raum, wenig Eile. Die spirituelle Kraft ist spürbar, aber das Album trägt mehr Atmosphäre als Dynamik. Ein wichtiger Baustein des Roots‑Reggae – nur eben keiner, der durchgehend zündet.